Ich mag Dinge, die funktionieren. Prozesse. Software. Organisationen.

Und wenn etwas unnötig kompliziert ist, fällt es mir ziemlich schwer, es einfach so hinzunehmen.

Deshalb verbringe ich einen erstaunlich großen Teil meines beruflichen Lebens damit, bestehende Dinge zu hinterfragen und ein kleines Stück besser zu machen.

Schule war nicht so meins.

Ich war nicht unbedingt der Typ, bei dem man früh eine außergewöhnliche Karriere prognostiziert hätte. Letzte Reihe, vor Klausuren lieber feiern, insgesamt ziemlich gut darin, mich irgendwie durchs System zu bewegen.

Was ich damals schon nicht konnte: Dinge einfach deshalb machen, weil man sie eben so macht. Das ist bis heute so geblieben.

Der Unterschied ist nur: Heute kann ich mir meistens aussuchen, welche Probleme ich lösen will. Und wenn mich eines gepackt hat, werde ich ziemlich obsessiv.

Warum machen wir das eigentlich so kompliziert?

Diese Frage stelle ich vermutlich häufiger als die meisten Menschen.

Ich mag Prozesse. Nicht wegen Kästchen, Pfeilen oder Prozessdiagrammen, sondern weil ein guter Prozess Arbeit einfacher macht.

Weniger Rückfragen. Weniger Fehler. Weniger unnötige Klicks. Weniger „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Und wenn ein Prozess Menschen mehr Arbeit macht, als er ihnen abnimmt, ist er vermutlich nicht besonders gut.

DATEV hingegen irgendwie schon.

DATEV begleitet mich inzwischen seit so vielen Jahren, dass „ziemlich intensiv“ wahrscheinlich eine Untertreibung ist. Dazu kommen Digitalisierung, Automatisierung und die vielen kleinen und großen technischen Probleme, die im Kanzleialltag auftauchen.

Technik begeistert mich. Aber nicht, weil sie neu ist, sondern wenn sie etwas besser macht.

Ein neues Tool ist deshalb für mich noch keine Lösung.

Und eine Automatisierung ist nicht automatisch ein guter Prozess. Die spannendste Frage bleibt meistens: Was wollen wir eigentlich verbessern?

Technik löst erstaunlich wenige menschliche Probleme.

Viele vermeintliche Softwareprobleme sind eigentlich Kommunikationsprobleme. Oder Verantwortungsprobleme. Oder niemand hat einmal sauber darüber gesprochen, wie etwas eigentlich funktionieren soll.

Deshalb interessieren mich neben Technologie mindestens genauso sehr Organisation, Zusammenarbeit und Führung.

Ein Prozess ist für mich dann gut, wenn die Menschen, die damit arbeiten, hinterher weniger Reibung haben – nicht wenn das Diagramm schöner aussieht.

Viermal die Woche leiden. Freiwillig.

Ich habe mir irgendwann vorgenommen, mit 40 fitter zu sein als mit 30. Deshalb trainiere ich mindestens viermal pro Woche, Gym und Laufen im Wechsel. Fußball gehört ohnehin dazu, seit ich laufen kann.

Nicht, weil irgendwann ein Sixpack auf Instagram landen muss, sondern weil Entwicklung für mich nicht beim Beruf aufhört: Dinge verbessern, Routinen hinterfragen, dranbleiben.

Offenbar mache ich privat auch nicht viel anderes als beruflich.

Unfertige Dinge.

Diese Website ist übrigens auch ein Experiment.

Ich nutze sie immer wieder, um Dinge mit KI, Automatisierung, Webtechnologien und allem möglichen anderen Kram auszuprobieren.

Manches davon funktioniert erstaunlich gut.

Anderes eher nicht.

Genau deshalb mache ich es.

Bis hierhin gelesen? Respekt.

Wenn Du Dich mit ähnlichen Themen beschäftigst, können wir uns ziemlich wahrscheinlich gut unterhalten.

Oder Du schaust einfach irgendwann wieder vorbei. Vielleicht funktioniert hier dann schon wieder etwas anders.